Schamanismus - Allgemeiner Überblick

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Schamanismus - Allgemeiner Überblick

Beitrag  Rai am Fr 23 Jan - 14:29:34

Was ist eigentlich Schamanismus? Drache 2

Eine allgemein anerkannte Definition von Schamanismus existiert nicht. Man versteht darunter üblicherweise ein religiös-magisches Phänomen, das europäische Reisende seit Ende des 17. Jahrhunderts bei verschiedenen indigenen Völkern Sibiriens und Innerasiens beobachten und beschrieben. Im 20. Jahrhundert wurde der Begriff von diesem kulturellen Raum abstrahiert und auf ähnliche Erscheinungen weltweit übertragen. Ausgehend von der Annahme, dass es sich um eine archaische Form der Religion handele, hat man Hinweise auf Frühformen des Schamanismus auch schon in prähistorischen Funden, insbesondere in steinzeitlichen Höhlenmalereien in Frankreich, erkennen zu können geglaubt, streitet aber häufig, ob es sich dabei nun um Schamanismus oder um Magie handelt. Allerdings gibt es einen relativ einfachen und grundlegenden Unterschied zwischen magischen und schmananischen Praktiken: Der Schamane begibt sich in die jenseitigen Welten (durch Trance oder Ekstase s. unten) und bittet die dortigen Wesenheiten, also Götter wie den Herrn der Tiere oder den Hochgott, Geister, Ahnen usw., um Hilfe. Der Magier hingegen beschwört diese oder doch wesentliche metaphysische Kompetenzen von ihnen zu sich, ist also bereits Repräsentant einer Welt, in der der Mensch gewohnt war, seine Umgebung direkt zu beeinflussen, tritt somit frühestens seit dem Neolithikum (der Jungsteinzeit) auf. Tatsächlich kommen schamanische und magische Praktiken daher häufig als Mischformen vor, was die Schwierigkeiten bei ihrer Einordnung erklärt.

Zentrale Figur des Schamanismus ist der Schamane, der eine Mittlerrolle zwischen diesseitiger und jenseitiger Welt einnimmt und besondere Fähigkeiten zum Wohl der Gemeinschaft einsetzt. Als wesentliche Elemente der schamanischen Praxis gelten die Interaktion mit Geistwesen, Trance bzw. Ekstase (veränderte Bewusstseinszustände) und das Motiv der Seelenreise.

Mermale des Schamanismus

Besonderes Merkmal ist der Einsatz verschiedenster Mittel (u.a. rhythmisches Trommeln, Tanz, Trancetanz, psychedelische Drogen, Fasten) zum Erreichen von Trancezuständen. Diese werden im Allgemeinen interpretiert als Übergang in einen anderen Seinszustand, eine Anderswelt und Kommunikation mit Geistern. Dem Schamanen wird zugesprochen, er erlange dadurch besondere Fähigkeiten der Heilung und Weissagung sowie verschiedenste spezifische magische Kräfte. So ausgestattet versieht der Schamane kulturspezifisch eine teils große Zahl von Rollen – vom Heiler und Exorzisten über den Psychopompos (Begleiter der Seelen ins Totenreich) bis hin zum Zeremonienmeister.
Das schamanistische Weltbild ist in Schichten gegliedert; neben dem besonders häufig nachgewiesenen dreischichtigen Modell (Himmel, Erde, Unterwelt) kommen sieben- oder gar neunschichtige Modelle vor.

Zum Begriff „Anderswelt“ werde ich in einem anderen Beitrag näher eingehen, da dieses Wort auch in der jetztigen Zeit immer öfter puplik gemacht wird.
Bleibt übergerichtet noch etwas über den Schamanen selbst zu sagen.

Der Schamane

Der Begriff Schamane bezeichnet einen Menschen, der im Mittelpunkt des religiösen und kulturellen Phänomens des Schamanismus steht. Er ist somit das Pendant zum Priester. Er wird von den Gläubigen als Medizinmann oder Zauberer angesehen und soll in seinen Trance-Reisen Kontakt mit einer postulierten "Welt der Geister" ermöglichen können.
Nach den Vorstellungen vieler schamanischer Traditionen kann ein Mann oder eine Frau nur durch Berufung Schamane werden. Dazu gibt es zwei Möglichkeiten, beide Berufungsformen bestehen in schamanischen Kulturen oft nebeneinander:
• Die Berufung zum Schamanen, mit Hilfe eines Initiationsrituals, wird von elterlichen Schamanen vererbt.
• Bereits anerkannte Schamanen erwählen einen Außenstehenden.
Da ein Schamane als Medizinmann und Zauberer angesehen wird, gehören zu seinen religiösen und metaphysischen Aufgaben Krankenheilung, Rituale um Tod und Sterben, Abwehr "böser Geister", Wettervorhersage, Finden von Jagdwild, Weissagung, (Prophetie), Traumdeutung, soziale Regulierung und den Umgang mit geistig gestörten Menschen. Des Weiteren fungiert der Schamane ebenfalls als Lehrer in einigen Lebensbereichen, die das soziale Umfeld direkt betreffen.
Ebenso fungiert er als Erzähler, Sänger und Dichter von Mythen und Geschichten und nimmt für die Gemeinschaft die Rolle des Bewahrers von Wissen ein.
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Quelle: Wikipedia.org
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