Krankhafte Angst vor der eigenen Hässlichkeit/Dysmorphophobie

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Krankhafte Angst vor der eigenen Hässlichkeit/Dysmorphophobie

Beitrag  Rai am Sa 31 Jan - 9:25:40

Krankhafte Angst vor der eigenen Hässlichkeit/Dysmorphophobie

Was ist eine Dysmorphophobie?

Viele Menschen sind mit ihrem Aussehen unzufrieden oder leiden sogar darunter, dass sie nicht dem gängigen Schönheitsideal zu entsprechen scheinen. Bei ein bis zwei von 100 Personen ist die Besorgnis, hässlich oder sogar entstellt zu sein, jedoch so groß, dass die Betroffenen an nichts anderes mehr denken können. Manche ziehen sich von der Außenwelt zurück. Andere versuchen, ihr Aussehen zu beeinflussen (z.B. durch kosmetische Operationen), ohne dass der erwünschte Erfolg, sich nicht (mehr) entstellt zu fühlen, erzielt wurde. Viele Betroffene lassen sich deshalb mehrfach operieren, in der Hoffnung irgendwann doch einmal so auszusehen, dass sie selbst damit zufrieden sind. Meist wird dieses Ziel jedoch nicht erreicht, was viele Betroffene sehr verzweifelt, manchmal so stark, dass sie in Depressionen verfallen. Manche sehen sich auch nicht mehr in der Lage, ihren Beruf auszuüben. Vor anderen Menschen wird die Sorge, entstellt zu sein, aus Scham meistens verheimlicht. Andere Personen haben auch oft Schwierigkeiten, den Makel zu erkennen, was der Erkrankung im Volksmund auch den Namen der „Eingebildete Hässlichkeit“ verliehen hat.

Sie zweifeln an der eigenen Attraktivität und kommen da nicht mehr raus. Ihre Sorge steigert sich zur Angst vor der Hässlichkeit. Doch das, was von den Betroffenen als Makel betrachtet wird, ist von Außenstehenden kaum wahrzunehmen. 40 Prozent der vermeintlich Hässlichen denken an Selbstmord.

Der Blick in den Spiegel ist für manche nicht einfach nur ärgerlich, sondern krankhaft frustriert.
Ist mein Busen zu klein oder sind die Beine zu dick? Viele Frauen kennen diese Fragen. Und es gibt Tage im Leben, da zweifeln sie gänzlich an ihrer Attraktivität. Normalerweise gehen diese Phasen wieder vorbei, die krumme Nase oder der Speckansatz am Bauch werden mit Gelassenheit ertragen. Studien der Universität Marburg belegen jedoch, dass 1,5 Prozent der Bevölkerung genau das nicht können: Der Zweifel an der eigenen Attraktivität wird zur Angst vor der Hässlichkeit, auch Dysmorphophobie genannt. „Betroffene sind der Überzeugung in ihrem äußeren Erscheinungsbild stark entstellt zu sein“, sagt Professor Ulrich Stangier, Psychologe an der Universität Jena.

Doch das, was von den Betroffenen als Makel betrachtet wird, ist von Außenstehenden kaum wahrzunehmen. „Dysmorphophobiker betrachten sich selbst mit einer verzerrten Wahrnehmung“, sagt Regine Hungerbühler, Diplom-Psychologin aus Bern.

Angst vor Ablehnung

„Wir wissen, dass die Wahrnehmung des Körpers zu einem großen Teil durch subjektive Faktoren wie psychische und soziale Erfahrungen geprägt wird“, erklärt Diplom-Psychologin Ada Borkenhagen aus Berlin. „So kann sich ein gestörtes Selbstwertgefühl in einem Minderwertigkeitserleben bestimmter Körperteile ausdrücken.“

Aus Angst abgelehnt zu werden, ist im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung an eine Teilhabe am normalen Leben kaum noch zu denken. „Die meisten Dysmorphophobiker ziehen sich im Laufe der Erkrankung immer mehr zurück“, sagt Hungerbühler.
Der Leidensdruck ist groß. „Über 40 Prozent der Dysmorphophobiker haben Selbstmordgedanken“, sagt Hungerbühler.

Auslöser in der Pubertät

Wodurch entsteht die Erkrankung? „Die Auslöser liegen häufig in der Pubertät und im frühen Erwachsenenalter“, sagt Stangier. Wenn neben die normalen Identitätskrisen weitere große Belastungen treten, können Ängste chronisch werden. Auch Einflüsse aus der Kindheit, zum Beispiel eine perfektionistische Mutter, können die Grundlage bilden.

„Der wichtigste Schritt zur Heilung ist die Einsicht, dass man psychisch erkrankt ist“, sagt Hungerbühler. Wenn die Störung noch im Anfangsstadium ist, sollten Betroffene möglichst schnell versuchen, sich nach außen zu orientieren. „Treffen Sie Freunde, suchen Sie sich neue Hobbys und Freizeitaktivitäten.“ Besonders Sport kann helfen, die Körperwahrnehmung zu stärken und zu verbessern.
Aus eigener Kraft gelingt eine Heilung nur selten. „Die meisten Betroffenen brauchen therapeutische Hilfe“, sagt Stangier. „Leider sind viele Psychotherapeuten nicht ausreichend über diese Störung informiert.“ Auf der Suche nach kompetenter Hilfe stoßen Betroffene daher häufig auf Reaktionen, die ihnen den Mut nehmen. Der Experte rät daher, sich bei den Hochschulambulanzen der psychologischen Institute über die Störung zu informieren.

Weil bei der Dysmorphophobie der tatsächliche Makel nicht dem empfundenen Makel entspricht, bietet eine kosmetisch-medizinische Behandlung keine ausreichende Hilfe. In der psychotherapeutischen Behandlung geht es als erstes darum, die Angst der Person, hässlich zu sein, ernst zu nehmen und zu verstehen. Dazu werden individuelle Ursachen und aufrechterhaltende Bedingungen erarbeitet. Im geschützten Raum der Therapie werden dazu Verhaltensexperimente zur Überprüfung von negativen Erwartungen (z.B. die Erwartung, von anderen Menschen wegen der Hässlichkeit abgelehnt zu werden) und Übungen zum Umgang mit dem eigenen Aussehen (z.B. mit Hilfe von Videoaufzeichnungen oder Spiegeln) durchgeführt. Im weiteren Behandlungsverlauf wird es wichtig sein, die im Alltag normalerweise auftretenden Versuche, das eigene Aussehen zu kontrollieren, zu unterlassen und die Reaktionen anderer Menschen zu beobachten. Dadurch kann die individuelle Bedeutung des Aussehens und die Bewertung der eigenen Person durch andere herausgefunden und gegebenenfalls verändert werden. Im Einzelfall können weitere Elemente wie das Problemlöse- und Kommunikationstraining (mit Angehörigen) bzw. das Kompetenztraining indiziert sein.

Quellen:

http://www.tu-braunschweig.de/psychologie/psychotherapieambulanz/stoerungen/dysmorph
http://www.welt.de/wissenschaft/article942614/Krankhafte_Angst_vor_der_eigenen_Haesslichkeit.html

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Ich denke in der heutigen Gesellschaft kann jeder sich in diese Angst gut ein finden, denn generell ist niemand perfekt und jeder hat irgendetwas, was er an sich nicht leiden kann. Diese Angst ist natürlich weit schlimmer, weil immer wieder neue Fehler im eigenen Äußeren entdeckt werden, die von anderen vllt. gar nicht bemerkt werden.

In einigen Foren, wo nach ich die Frage stellte: Ist Aussehen für euch wichtig? … Kamen ausschließlich die bejahenden Antworten. Und niemand wollte seine Makel in der Öffentlichkeit preisgeben. … Doch wie ich schon sagte, es gibt keine perfekten Menschen und die Menschen die sich für perfekt halten, machen sich selbst etwas vor. Schönheit liegt im Auge des Betrachters. … Es gibt ein sehr schönes Sprichwort, was ich hier auch benennen möchte: Nicht die Schönheit entscheidet, wen wir lieben. Die Liebe entscheidet, wen wir schön finden.… genauso sehe ich es auch. In besagtem Forum, war ich die Einzige, der das Aussehen einer Person egal ist. Ein Freund, der einen guten Charakter hat (und meistens haben das, die Leute, die sich von der Gesellschaft abheben) ist mir tausendmal wichtiger, als oberflächliche Denkweise. Doch wenn die Allgemeinheit ihr Schönheitsideal so hoch ansetzt und vermarktet, verstehe ich vollkommen, wie sich solche Ängste entwickeln können.

Mut zur Hässlichkeit:

Was findet ihr an euch weniger schön?
Würdet ihr jemals Schönheitsoperationen in Erwägung ziehen?
Was haltet ihr von der Aussage, dass Gutes Aussehen alles ist, was man braucht?
Katze
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Rai
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